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KUK_Rechtsmedizin_Famulaturbericht_2006a

(01.10.2006 10:10 Uhr | Neuere Version - Ältere Version)
==Daten==
{|
|-
|'''Klinik''' || Kliniken der Universität zu Köln
|-
|'''Stadt''' || 50823 Köln
|-
|'''Fachrichtung''' || Rechtsmedizin
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|'''Tätigkeit''' || Famulatur
|-
|'''Zeitpunkt''' || 2006
|-
|'''Chefarzt''' || Prof. Dr. med. M. A. Rothschild
|-
|'''Bundesland''' || D-Nordrhein-Westfalen
|}

==Arbeitsklima==
* '''Note:''' 1 - sehr gut
* '''Kommentar:''' Das Arbeitsklima ist wirklich einsame Spitze, was sicher auch an dem nicht-klinischen Arbeitsalltag liegt (keine lästigen DRGs, keine nervenden Pat., Besucher etc.) Wenn man sich im Institut einigermaßen normal anstellt, kann man alles sehen, jeden alles fragen und auch fast alles machen (außer Gutachten diktieren :-) ). Mit einigen Assistenten kann man sich duzen. Der Umgang mit den Oberärzten ist aüßerst angenehm und lehrreich. Mit dem Chef hatte ich keinerlei Probleme; allerdings hatte er auch recht wenig Zeit für die Famulanten.
:Der Umgang mit den Präparatoren war typisch kölsch: angenehm und locker.

==Weiterbildungsangebot==
* '''Note:''' 1 - sehr gut
* '''Kommentar:''' Zunächst einmal ist hier zu erwähnen, dass die Famulanten ihre freie Zeit in der Instituts-Bibliothek verbringen und dort alles, was gerade interessant erscheint, nachschlagen können. Dazu kommen die zwei Instituts-Besprechungen pro Woche, wo die durchgeführten Leichenschauen und Sektionen, aber auch die Anliegen der Abteilungen DNA & Toxikologie, besprochen werden. Darüber hinaus findet regulär eine wöchentliche Fortbildung für jeden Instituts-Angehörigen statt; die Inhalte sind allerdings manchmal schon sehr speziell (z. B. Qualitätsmanagementsystem oder irgendein DNA-Gerät). Uns Famulanten wurde angeboten, ein eigenes Seminar über kriminologische Methoden durchzuführen, in dem wir Referate gehalten haben (über Fußspuren, Fingerabdrücke, Blut und Profiling).

==Forschung==
* '''Note:''' 2 - gut
* '''Kommentar:''' Wer möchte, kann sich hier sicher im Rahmen einer Famulatur engagieren. Eigentlich forscht jeder Mitarbeiter neben seiner regulären Arbeit an irgendeinem Thema.

==Arbeitszeit==
* '''Note:''' 1 - sehr gut
* '''Kommentar:''' Der Tag beginnt immer um 08:00. Wie lange er dauert, hängt davon ab, wieviel zu tun ist. Wenn bis 12:30 keine Aufträge vorliegen, kann man nach Absprache gehen, obwohl der Tag eigentlich erst um 16:30 geendet hätte (Freitags 15:00). Wer will, kann natürlich bei einer spannenden Sache länger bleiben, aber gezwungen wird hierzu niemand.

==Bezahlung==
* '''Kommentar:''' Wie üblich in Famulaturen gab es natürlich auch hier kein Bargeld auf die Kralle. Da das Institut recht weit vom Rest der Uniklinik weg liegt, war auch ein Mittagessen zum üblichen Studentenpreis in Cafeteria oder Mensa nicht möglich. Die Brötchenfrau, die jeden Morgen dort aufkreuzt, gehört zur Privatwirtschaft, und gibt daher keinen Studentenrabatt.

==Karriere==
* '''Note:''' 5 - mangelhaft
* '''Kommentar:''' Tja, und nun zum Hinkefuß: Stellen zur Facharzt-Ausbildung sind sehr rar. Wer möchte, kann nach der Approbation schon mal sein Psychiatrie- und sein Pathologie-Jahr absitzen und sich dann erneut bewerben. Wenn man dann aber eine Stelle hat und sich irgendwann Facharzt schimpfen darf, hat man praktisch nur dann eine Chance auf Übernahme, wenn man die Habilitation anstrebt und diesbezüglich auch Interesse in einem rechtsmedizinischen Institut besteht. Mit der aktuell herrschenden Schließung der rechtsmedizinischen Institute wird sich dieses Problem sicher noch verstärken. Armes Deutschland!

==Ausbildung==
* '''Note:''' 1 - sehr gut
* '''Kommentar:''' Man wurde von Fach- und Oberärzten bei den Leichenschauen und Obduktionen angeleitet und durfte recht bald selber Hand anlegen. Darüber hinaus wurden einem immer mal wieder mikrokopische Präparate der laufenden Fälle vorgelegt, so dass man mal schauen konnte, ob der Spez-Patho-Kurs etwas vermittelt hat. Die Möglichkeit, die Gutachter bei Gericht zu begleiten, bestand eigentlich immer. Sektionen gehen jedoch vor! Leider hatten wir in unserer Zeit nur eine Tatort-Begehung, wo dann ein Kommilitone mit war. Grundsätzlich darf hier aber auch ein Famulant mitkommen.

==Betreuung==
* '''Note:''' 2 - gut
* '''Kommentar:''' Organisatorischer Vorgesetzter ist der Leitende Oberarzt. Probleme waren bei ihm gut aufgehoben. Fragen konnte man aber praktisch jeden.

==Fazit==
* '''Gesamtnote:''' 1 - sehr gut
* '''Abschließender Kommentar:''' Würde die Stellensituation in der Rechtsmedizin anders aussehen, würde ich wohl nach der Approbation direkt dort anfangen. Wer nicht zu sehr auf die Klinik fixiert ist und Interesse an kriminologischer Arbeit hat, sollte sich die Chance einer solchen Famulatur nicht entgehen lassen. Die Realität sieht anders aus als in den Fernseh-Serien, aber ist gerade daher auch sehr lehrreich.
:Zumindest vom LPA-NRW wird diese Famulatur wegen des Zusatzes v. a. Untersuchung Lebender auf dem Zeugnis weiter anerkannt.

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